Vier von fünf Deutschen finden es ungerecht, wie der Wohlstand im Land verteilt ist. Das zeigt eine aktuelle ARD-Umfrage. Viele befürworten eine Vermögen- und höhere Erbschaftsteuer. Von K. Hansen und F. Riesewieck.
Trotzdem haben es die Reichen geschafft, dass alle effektiven Maßnahmen dagegen als zu radikal oder zu wirtschaftsschädlich verschrien werden. Es gibt sehr viele Leute, die durch die Linken super vertreten wären, aber sich gar nicht erst mit der Partei auseinander setzen wollen, weil die “zu radikal” seien.
Mal ein Rechenspiel: Das oberste 1% der Bevölkerung hat 35% des Vermögens (stand 2020, mittlerweile noch extremer), die restlichen 9% der oberen 10% haben 32% des Vermögens und die untere Hälfte der Bevölkerung hat 1,3% des Vermögens. Würde man nur das Vermögen der obersten 1% auf das Niveau der nächsten 9% beschränken, und diesen Wohlstand auf die unteren 90% verteilen könnte man deren Anteil am Wohlstand um 3,5 Prozentpunkte pro Dezentil erhöhen. Im Klartext bedeutete dies für die Anteile am Vermögen:
untere Hälfte (1. bis 5. Dezentil): 1,3% -> 19,0% (+1361,5%)
Dezentil: 1,8% -> 5,3% (+194,4%)
Dezentil: 5,3% -> 8,8% (+66,0%)
Dezentil: 9,3% -> 12,8% (+37,6%)
Dezentil: 15,0% -> 18,5% (+23,3%)
bis 99. Perzentil: 32,0% -> 32,0% (± 0%)
reichstes Prozent: 35,3% -> 3,2% (- 90,9%)
(ergibt Rundungsbedingt nur 99,8% in Summe, egal)
Ich habe das selbst so noch nie ausgerechnet und war ehrlich gesagt schockiert. Das hat selbst meine eigenen Erwartungen noch übertroffen. Man kann auf jeden Fall festhalten: selbst wenn es der Wirtschaft schaden sollte (was es höchst wahrscheinlich nicht wird), stünden am Ende der absolute Großteil der Bevölkerung noch deutlich besser da als vorher. Und das ohne irgendwen in die Armut zu stürzen, worst case bleibt man auf dem Niveau der heute reichsten 10% ohne das oberste Prozent.
Edit: Mir ist noch ein kleiner Fehler aufgefallen: Um das reichste Prozent auf das Niveau der 90. bis 99. Perzentile zu bringen, dürften sie 32,0% / 9 ≈ 3,56% behalten, nicht 32,0% / 10 = 3,2%. Macht aber eigentlich keinen relevanten Unterschied, da eh rundungsbedingt noch 0,2% “über” sind. Dann wären sie direkt schon wieder bei 3,4%
Das, was heute landläufig als “die Wirtschaft” bezeichnet wird, ist eh nicht Anderes, als das Geld, von dem die Überreichen ihre Yachten kaufen, weil der alleinige Fokus auf dem BIP liegt.
Der tatsächlichen Wirtschaft schadet das auch, denn die überreichen Schmarotzer entziehen der Wirtschaft Geld, indem sie es horten und für ihren persönlichen Luxus verprassen.
Ja absolut, ich hab das vielleicht etwas ungünstig formuliert. Was ich eigentlich meinte war, falls das zu verteilende Gesamtvermögen sinken würde, hätten die allermeisten so noch deutlich mehr Vermögen als vorher.
Man könnte das auch anders herum formulieren: Wenn man zu den untersten 50% gehört kann einem das Gesamtvermögen Deutschlands recht egal sein, denn selbst wenn das Gesamtvermögen um 10% fallen sollte, könnte man das ausgleichen indem man den Anteil der unteren 50% um nur 0,2 Prozentpunkte anhebt.
Es gibt sehr viele Leute, die durch die Linken super vertreten wären, aber sich gar nicht erst mit der Partei auseinander setzen wollen, weil die “zu radikal” seien.
Das Problem mit der Partei Die Linke ist ja, dass sie ein Sammelbecken für linke Spinner aller Art ist. Da finden sich Kommunisten, die soziale Marktwirtschaft beenden wollen, ebenso wie als „Pazifisten“, denen bereits die Verteidigung der Ukraine zu weit geht.
Die Linke wählen heißt, dass man neben interessanten Ansetzen immer auch Spinner wählt, die schon irgendwo an Verfassungsfeindlichkeit grenzen. Und das ist für mich ein No-Go.
Also selbst wenn ich dir da nicht widersprechen würde, der letzte Satz stimmt für jede andere Partei, und für die Linke stimmt er wahrscheinlich am wenigsten. (Wo Verfassungsfeindlichkeit? Kapitalismus steht nicht im GG.)
Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet.
Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG
Kommunismus ist gerade der Bruch mit dem Privateigentum.
Jetzt kann man einwenden, dass es im real existierenden Sozialismus eben Privateigentum gab. Aber: Sozialismus ist ja nur der Zwischenschritt zu einer komplett gleichen Gesellschaft. Ein Kommunist will letzteres erreichen.
Kommunismus ist gerade der Bruch mit dem Privateigentum.
…an Produktionsmitteln. Im “Kommunismus” (Anführungszeichen, weil es den Kommunismus gar nicht gibt) kannste ja nicht einfach deinem Nachbarn die Brille von der Nase klauen und “haha, Kommunismus” rufen.
In einer modernen Kreislaufwirtschaft ist auch alles ein Produktionsmittel.
Aber ist mir auch egal. Ich werde nicht für Planwirtschaft stimmen. Ich mag Bananen. Ich will nicht, dass jemand für mich entscheidet, dass ich in den nächsten 5 Jahren stattdessen Äpfel essen soll. Solange die Partei Die Linke einen kommunistischen Flügel besitzt, ist sie unwählbar. Nie wieder DDR.
Trotzdem haben es die Reichen geschafft, dass alle effektiven Maßnahmen dagegen als zu radikal oder zu wirtschaftsschädlich verschrien werden. Es gibt sehr viele Leute, die durch die Linken super vertreten wären, aber sich gar nicht erst mit der Partei auseinander setzen wollen, weil die “zu radikal” seien.
Mal ein Rechenspiel: Das oberste 1% der Bevölkerung hat 35% des Vermögens (stand 2020, mittlerweile noch extremer), die restlichen 9% der oberen 10% haben 32% des Vermögens und die untere Hälfte der Bevölkerung hat 1,3% des Vermögens. Würde man nur das Vermögen der obersten 1% auf das Niveau der nächsten 9% beschränken, und diesen Wohlstand auf die unteren 90% verteilen könnte man deren Anteil am Wohlstand um 3,5 Prozentpunkte pro Dezentil erhöhen. Im Klartext bedeutete dies für die Anteile am Vermögen:
(ergibt Rundungsbedingt nur 99,8% in Summe, egal)
Ich habe das selbst so noch nie ausgerechnet und war ehrlich gesagt schockiert. Das hat selbst meine eigenen Erwartungen noch übertroffen. Man kann auf jeden Fall festhalten: selbst wenn es der Wirtschaft schaden sollte (was es höchst wahrscheinlich nicht wird), stünden am Ende der absolute Großteil der Bevölkerung noch deutlich besser da als vorher. Und das ohne irgendwen in die Armut zu stürzen, worst case bleibt man auf dem Niveau der heute reichsten 10% ohne das oberste Prozent.
Edit: Mir ist noch ein kleiner Fehler aufgefallen: Um das reichste Prozent auf das Niveau der 90. bis 99. Perzentile zu bringen, dürften sie 32,0% / 9 ≈ 3,56% behalten, nicht 32,0% / 10 = 3,2%. Macht aber eigentlich keinen relevanten Unterschied, da eh rundungsbedingt noch 0,2% “über” sind. Dann wären sie direkt schon wieder bei 3,4%
Das, was heute landläufig als “die Wirtschaft” bezeichnet wird, ist eh nicht Anderes, als das Geld, von dem die Überreichen ihre Yachten kaufen, weil der alleinige Fokus auf dem BIP liegt.
Der tatsächlichen Wirtschaft schadet das auch, denn die überreichen Schmarotzer entziehen der Wirtschaft Geld, indem sie es horten und für ihren persönlichen Luxus verprassen.
Ja absolut, ich hab das vielleicht etwas ungünstig formuliert. Was ich eigentlich meinte war, falls das zu verteilende Gesamtvermögen sinken würde, hätten die allermeisten so noch deutlich mehr Vermögen als vorher.
Man könnte das auch anders herum formulieren: Wenn man zu den untersten 50% gehört kann einem das Gesamtvermögen Deutschlands recht egal sein, denn selbst wenn das Gesamtvermögen um 10% fallen sollte, könnte man das ausgleichen indem man den Anteil der unteren 50% um nur 0,2 Prozentpunkte anhebt.
Das Problem mit der Partei Die Linke ist ja, dass sie ein Sammelbecken für linke Spinner aller Art ist. Da finden sich Kommunisten, die soziale Marktwirtschaft beenden wollen, ebenso wie als „Pazifisten“, denen bereits die Verteidigung der Ukraine zu weit geht.
Die Linke wählen heißt, dass man neben interessanten Ansetzen immer auch Spinner wählt, die schon irgendwo an Verfassungsfeindlichkeit grenzen. Und das ist für mich ein No-Go.
Also selbst wenn ich dir da nicht widersprechen würde, der letzte Satz stimmt für jede andere Partei, und für die Linke stimmt er wahrscheinlich am wenigsten. (Wo Verfassungsfeindlichkeit? Kapitalismus steht nicht im GG.)
Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG
Kommunismus ist gerade der Bruch mit dem Privateigentum.
Jetzt kann man einwenden, dass es im real existierenden Sozialismus eben Privateigentum gab. Aber: Sozialismus ist ja nur der Zwischenschritt zu einer komplett gleichen Gesellschaft. Ein Kommunist will letzteres erreichen.
…an Produktionsmitteln. Im “Kommunismus” (Anführungszeichen, weil es den Kommunismus gar nicht gibt) kannste ja nicht einfach deinem Nachbarn die Brille von der Nase klauen und “haha, Kommunismus” rufen.
In einer modernen Kreislaufwirtschaft ist auch alles ein Produktionsmittel.
Aber ist mir auch egal. Ich werde nicht für Planwirtschaft stimmen. Ich mag Bananen. Ich will nicht, dass jemand für mich entscheidet, dass ich in den nächsten 5 Jahren stattdessen Äpfel essen soll. Solange die Partei Die Linke einen kommunistischen Flügel besitzt, ist sie unwählbar. Nie wieder DDR.