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Ah ok und die Verpackungen, die ich erst auseinanderpuhlen muss, um sie ordentlich zu entsorgen, aber dafür schön bunt bedruckt werden können, sind weiter in Ordnung?
Die bleiben, wie sie sind, für ein besseres Nutzererlebnis. Weißt ja: Spannung, Spaß und Schokolade.
Was natürlich nicht erwähnt wird, ist, dass so wie ich es gehört habe, diese Regeln von jedem gewerblichen Händler egal ob Amazon oder eine selbständige Person, die sich damit gerade über Wasser hält, verlangen, dass diese sich in einem Register in jedem Mitgliedsstaat registrieren und dort einen Repräsentanten benennen, was aufgrund des enormen Aufwands und der Kosten de-facto dazu geführt hat, dass jetzt sehr viele kleinere Händler den Versand in andere EU-Staaten ausgesetzt haben.
Das ist wirklich lächerlich und dückt kleine Shops komplett aus Märkten raus. Habe einen Bekannten der einen Online-Shop betreibt und er ist wirklich am verzweifeln mit den neuen EU Regeln bzgl. Verpackung.
Warum sind die kleinen Händler nicht vorher an die Öffentlichkeit gegangen?
Ich dachte die hätten das alle nicht richtig verstanden, und es gibt die Möglichkeit, die Verpackung an andere Firmen outzusourcen?
Also kann nicht Firma X hingehen und EU-kompatible Pappkartons herstellen, und die dann mit Siegel an kleine Ein-Mensch-Unternehmen verkaufen?
Soweit ich das mitbekommen habe liegt die Hauptverantung bei dem “Inverkehrbringer” der Verpackung. Also den Händlern.
Ja aber die können ja nen Dienstleister dafür bezahlen, die Verantwortung zu übernehmen, oder nicht?
Rechtlich wird das Risiko beim Händler bleiben. D.h. wenn der Verpackungsbetrieb pleite geht, zahlt der Händler die Strafe.
Finde ich gut
das Plastik-Netz für die 500 Gramm Zitronen im Supermarkt
Versteh ich das? Was ist an dem Netz verkehrt?
Naja Einwegplastik Netz nur für den Transport von Zitronen (/ Orangen). Kann man ja sonst für nichts nutzen…
Bin gespannt, was es da für Alternativen geben wird…
Gibt jetzt schon Netze aus irgendwelchen Fasern, die sich eher nach Stoff anfühlen. Keine Ahnung was das genau ist, aber fühlt sich nicht nach Kunststoff an. Könnte natürlich trotzdem Kunststoff sein, aber ich hoffe, es sind Naturfasern.
Ich glaube die sind aus Zellulose/Viskose und/oder Baumwolle
Bin gespannt, was es da für Alternativen geben wird…
Lose.
Ich hab aber auch schon mal etwas andere Plastikverpackungen gesehen - kein Netz, eher eine gelöcherte harte Folie. Weniger Mikroplastik schätz ich mal.
Das wäre sowieso mein Traum, endlich frei wählen zu können wie viel ich will.
Klar geht heute auf Märkten und ähnlichem auch aber als ob ich mir das leisten könnte.
Hm, hier ist lose eigentlich der Standard in den Läden. Das wenige verpackte Obst/Gemüse bekommt man fast immer auch lose.
Leider insbesondere im Discounter ums Eck hier bei mir nicht. Zwiebeln, Kartoffeln, Zitronen, Orangen, Karotten, Pflaumen, kürzlich sogar Nektarinen. Alles Dinge die ich einzeln kaufen wollte aber nicht bekommen habe.
Beim Supermarkt nen Stück weiter siehts etwas besser aus aber da sind die losen Stücke halt doch meist schon die teure Variante und einiges gibt’s da immer noch nicht einzeln.
da sind die losen Stücke halt doch meist schon die teure Variante
Hier so ungefähr 50/50 also manchmal teurer, manchmal billiger.
Haben Aldi und Lidl nicht auch Frisches lose?
Papierverpackung oder lose kann ich mir vorstellen
Kann mir als Ersatz nur eine Plastiktüte vorstellen.
Karton wäre undurchsichtig = da vertraut der Kunde nicht, ob die Früchte noch gut sind. Und unverpackt trauen sich die Märkte nicht.
Zitronen werden auch unverpackt verkauft
Es gibt doch so viel unverpacktes Obst und Gemüse. Bis auf wenige Ausnahmen bekommt man doch mittlerweile alles unverpackt. Es macht vielleicht nicht jeder Discounter.
Oder so gelöcherte Papptüten, wie auch manchmal bei Kartoffeln. Oder Papp-Tragerl mit Abdeckung.
Unverpackt werden Zitronen und Orangen schon angeboten. Denke aber das Angebot gleich mehr zu kaufen, soll bestehen bleiben.
Kann mir da gut diese 6er Kartons bei den Äpfeln vorstellen. Btw. Verpackung hat auch eine Schutz- und Hygienefunktion. Geht nicht nur darum mehr zu verkaufen.
Du möchtest nicht sehen, was manche Kunden das Obst drehen, riechen und vor allem quetschen, um es dann wieder zurück zu legen.
Da hilft verpackte Ware Ausschuss zu vermeiden, denn am Ende bleiben dann matschige und optisch nicht makellose Ware liegen.
Hab da kürzlich schier die Krise gekriegt beim Einkaufen. Mein Immunsystem ist geschwächt, aber z.B. Kolibakterien sterben erst bei 3 Minuten 70°. Wie soll man denn Pfirsiche sauber kriegen? Woher weiß ich, wie es die Opis, die alles Obst antatschen und drücken, mit der Hygiene halten? Da vergeht mir wirklich der Appetit. Hab dann nur Obst gekauft, bei dem man die Schale nicht isst.
Das wird doch nicht besser, wenn das Zeug verpackt ist. Du weißt genausowenig, wer das Zeug beim ernten oder verpacken angefasst hat und Du weißt nicht, welche Mäuse, Ratten oder sonstiges Getier bei der Lagerung drübergelaufen sind und Ihre Auscheidungen hinterlassen haben.
Ich hab auch gerne dieses latente Gefühl, dass verpackt hygienischer ist, vermutlich geht das den meisten Menschen so, aber das ist eine trügerische Sicherheit.
Danke für den Realitycheck. Ratten, das ist gruselig, aber absolut realistisch. Hatte mal eine mexikanische Mitbewohnerin, die für Obst und Gemüse ein Desinfektionsspray benutzt hat, das sie extra aus Mexiko mitgebracht hat
Unverpackt? Die Netze sind jetzt nicht unbedingt nötig. Ansonsten offen verkaufen und den Kunden Papiertüten anbieten
Typischerweise Kunststoff, der wird feinstes Mikroplastik und lässt sich auch scheiße recyclen.
Ich versuche immer, die Netze zu vermeiden und nehme Obst und Gemüse am liebsten unverpackt oder in Papp/Papier-Verpackungen.
Viele haben schon besser geantwortet, aber:
Diese Netze haben mir schon öfter Sorgen bereitet. Sie fizzeln, da bleiben immer ein paar Kunststofffasern irgendwo hängen, manchmal auch auf der Nahrung.
Sind auch schwer reycelbar wegen sortenunreiner Materialzusammensetzung und wegen Verhedderungsgefahr eher Störstoff in den Sortieranlagen.
Weiß nicht, ob das ein gutes Beispiel ist, aber vielleicht zeigt das ja eine der problematischen Eigenschaften: bei mir verheddern sich im Zwiebelnetz immer die Zwiebelschalen, sodass sich selbst mit viel Liebe für die Kreislaufwirtschaft Schalen (oder besonders Schlimm Kartoffelkeime lol) für die grüne Tonne kaum von der Verpackung für die gelbe Tonne trennen lassen. Auch wenn man sich in den Anlagen Sortiervorbereitungsmechaniken wie z. b das Zerkleinern vorstellt, wirken die Netze auf die Maschinen bestimmt wie Fangnetze auf Wale…
Dem ofen sind die zwiebelschalen herzlich egal
Die haben einen geringeren Heizwert, als Plastik, wenn zu viele drin sind, merkt man das im Heizkraftwerk.
Stimmt, Bioabfall ist im Vergleich verdammt feucht, das ganze Wasser wird dann erstmal sinnlos rumgefahren und zieht dann im MHKW den Heizwert runter und den Aufwand für die Rauchgasentschwefelung hoch. Der gute Dünger wird dann auch noch aufwändig deponiert.
Es ist nicht mal nur das. Auch die Energiedichte von trockener Biomasse ist um Einiges niedriger, als die von fossilen Kohlenwasserstoffen.
Hoffentlich landet die Ersatzverpackung dann nicht mehr im Ofen. Derzeit liegt die stoffliche Verwertungsquote beim gelben Sack bei ca. 70% und wird stetig angehoben. Abgesehen davon mag die grüne Tonne Bioabfall ja auch ganz gerne, zum einen für Biogas, zum anderen wegen der viel kürzeren Entsorgungsfahrwege und vor allem wegen der Substitution von mineralischem Dünger.
Unnötiges Einwegplastik.
Die EU gibt zukünftig vor, wie hoch der Rezyklatanteil in verschiedenen Verpackungsarten sein muss, also der Anteil aus bereits recyceltem Material.
d.h. alter müll der oft nicht sortenrein ist und allerlei verunreinigungen enthält, muss nun verwendet werden um unsere neuen lebensmittelverpackungen herzustellen (die natürlich geringfügig substanzen direkt an’s essen abgeben)? nein danke
Nö. Plastik-Rezyklat ist annähernd immer Fabriksabfall.
Beim Spritzguss fallen z.B. Anschlüsse ans Spritzgestell, Randabschnitte und Formteile mit Maßabweichungen an.
Das ist frisches Plastik, dass ein Mal durch das Spritzgussverfahren gegangen ist, und mit dem rein gar nichts ansonsten passiert ist. Das ist genauso sauber wie frisches Granulat.
Der einzige Bereich, wo “echtes” Plastikrecycling, also Recycling nach der Nutzung durch einen echten Endkunden, in nennenswerten Mengen passiert, ist PET-Flaschen.
Sämtliches andere benutzte Plastik kommt in das “Thermische Recycling”, aka Müllverbrennung.
Wird nur Plastik verbrannt, dann kann man die Reste zur Asphaltherstellung verwenden. Das rennt dann unter Recycling.
Dass PET o. Ä. aus dem gelben Sack nicht mehr zu Lebensmittelverpackungen recycelt werden (somdern nur Pfand-PET oder Ausschuss aus der Produktion) ist aus lebensmittelhygienischen Gründen so vorgeschrieben. Das heißt aber nicht, dass der größte Teil aus dem gelben Sack verbrannt wird. Die stoffliche Verwertung steht in der Abfallhierarchie über der thermischen Verwertung, deshalb darf nur verbrannt werden, was nicht stofflich verwertet werden kann. Hier ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz eindeutig. Derzeit werden ca. 70% aus dem gelben Sack stofflich verwertet (der Kunststoffbedarf ist leider so enorm, dass es derzeit keine Rolle spielt, ob aus Traubenverpackungs-PET keine Lebensmittelverpackung mehr werden darf, sondern nur z. B. eine Spüliflasche). Eine für das Recycling desigte Verpackung darf und wird also nicht verbrannt werden, auch wenn die Gerüchte, dass im gelben Sack eh alles verbrannt wird, schon seit der Einführung des grünen Punkts kursieren. Welche (Verbund-)Kunststoffverpackungsarten fast durchweg aus dem Stoffkreislauf herausfallen und größtenteils in die Verbrennung gehen, ist schon lange bekannt und dieses Problem wird durch die hier besprochene EU-Verordnung ab 2030 angegangen. Besser spät als nie wenn man mich fragt.
Aus dem gelben Sack ja: das trifft insbesondere Aluminium.
Hier, mal schön erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=f1cmYHVrHpk
“Recycling” zu Asphalt nach der Verbrennung ist stoffliche Verwertung.
Stimmt, die 70% werden beim Input gemessen. Wenn Kunststoff verbrannt wird und die Schlacke im Straßenbau verwendet wird, zählt das nach Kreislaufwirtschaftsgesetz dennoch als thermische Verwertung (auch wenn streng genommen hinterher ein Teil stofflich verwertet wird) und darf nur erfolgen, wenn die stoffliche Verwertung nicht möglich ist. Z. b. weil es sich um schlecht trenbbare Verbundskunststoffe handelt, die mit den neuen Vorgaben hoffentlich bald endlich nicht mehr standardmäßig als Verpackung eingesetzt werden. Das wurde so definiert, um genau diese Tricksereien zu verhindern. Es gibt auch Kunststoffflakes, die im Straßenbau verwendet werden können und als stoffliche Verwertung angesehen werden dürfen, die werden aber nicht verbrannt. Hast du eine Quelle dafür, dass Schlackenutzung im Straßenbau als stoffliche Verwertung gemäß Abfallhierarchie angesehen werden darf? Ich war in den letzten Jahren aus beruflichen Gründen bei den Novellen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes eigentlich immer weitestgehend auf dem Laufenden und würde mich wundern, wenn es derzeit dieses Schlupfloch noch gibt, diese Grauzone wurde eigentlich schon seit langer Zeit durch klare Definitionen geschlossen. Meines Wissens nach zumindest, man bekommt ja auch nicht immer alles mit. Ich will auch gar nicht die schlechte Verwertungsquote bei Kunststoffen schön reden, meine Aussage bezog sich nur darauf, dass es nicht stimmt, dass der Großteil aus dem Gelben Sack verbrannt wird (auch nicht wenn er verschmutzt ist), das rechtlich gar nicht erlaubt ist und ein wichtiger Aspekt, warum immer noch Unmengen verbrannt werden dürfen (oder müssen) durch die neuen Regeln ab 2030 eingedämmt werden soll. Was reycelbares Verpackungsdesign ausmachen kann an der stofflichen Verwertungsquote, kann man ja, wie du auch schreibst, am Pfandsystem von PET-Flaschen sehen, mit Quoten weit über 90%.
Welche (Verbund-)Kunststoffverpackungsarten fast durchweg aus dem Stoffkreislauf herausfallen und größtenteils in die Verbrennung gehen, ist schon lange bekannt und dieses Problem wird durch die hier besprochene EU-Verordnung ab 2030 angegangen. Besser spät als nie wenn man mich fragt.
ok also verstehe ich das richtig dass schwierig zu recycelnde (stoffliche verwertung) kunststoffe weniger erlaubt werden durch dieses neue gesetz?
und darf ich noch fragen, wofür werden kunststoff-abfälle heute üblicherweise stofflich verwertet? also was sind da so typische anwendungsfälle? was wird daraus wieder hergestellt?
Genau! Alle Verpackungen werden je nach Recyclingfähigkeit in 3 Kategorien eingeteilt und ab 2030 darf die schlechteste Kategorie nur in Ausnahmefällen noch benutzt werden. Welche Verpackung unter welche Kategorie fällt, wird aber erst 2028 festgelegt (möge die Einteilung streng werden). Wofür die verwendet werden, hängt von der Kunstoffart ab, aber z. B. Ungefärbtes und sortenreines PET (transparent) oder HDPE (milchig) lässt sich recht problemlos im Kreislauf führen (Ausnahme Lebensmittelverpackungen, die dürfen recycelt nur aus Pfandflaschen oder Produktionsausschüssen hergestellt werden.). Man sieht (oft am Boden des Produkts) eine Einstanzung mit dem Kunsstofftyp, falls es recycelt wurde, steht oft ein kleines r davor, z.B. rPET. Bei mir zuhause fällt mir für rPET da z.B. die Spüliflasche ins Auge, bei rHDPE die Shampooflasche. Auch viele Folien entstammen oft dem Recycling oder Euroboxen, Regentonnen (das sind so die Produkte, die mir im Haushalt auffallen). Sehr viel PET geht auch (leider) als Polyestergewebe in Kleidung. Letztendlich wird leider noch so viel frisches Kunststoffgranulat aus Erdöl hergestellt, dass recyceltes einfarbiges Granulat direkt als gleichweriger Wertstoff in irgendwelche Produkte geht, der Flaschenhals beim Recycling soweit ich weiß derzeit ist weniger die Verwendung des Recyklats (zumindest bei PET und HDPE) als die Sortenreine Sammlung/Trennung oft schlecht recycelbar designten Materials (zumindest in D mit hoher Sammelquote).
ich bin dafür, bestimmte dinge zu verbieten die giftigen müll produzieren, insb. schwermetallhaltigen müll z.b. nickel-cadmium-batterien etc
und dann alles was übrig bleibt zusammen in große restmülltonnen zu werfen und zu verbrennen. (außer halt papier)
Naja, wenn alles aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, dann wäre das ne gute Kreislaufwirtschaft. Wenn man dann plastik verbrennt, dann fördert es nur wieder den Treibhauseffekt.
Das ist eh bereits aus dem Boden geholt. Das Schicksal aller Plasten:
- Entweder man verbrennt es mit Filtern.
- Oder es verbrennt irgendwann unkontrolliert.
- Oder es gelangt irgendwann in die Umwelt und vergiftet/blockiert einen Organismus, bevor es durch UV zu CO² (und Giftstoffen) wird.
Recycling ist nur ein Zwischenschritt.
jaa stimmt. vielleicht hätte ich das näher ausführen sollen.
ich erinnere mich mal recherchiert zu haben wieviel fossile rohstoffe überhaupt genutzt werden, um daraus plastik herzustellen. weltweit werden denke ich so größenordnungsmäßig um die 3% der gesamten verbrauchten fossilen rohstoffe für die plastik-erzeugung genutzt, während der ganze rest, also ca. 97% energetisch verwertet werden.
das sind aber nur sehr grobe antworten, die womöglich auch daneben liegen können. nicht gezählt wurde hier z.b. asphalt-herstellung, was auch noch dazu kommt.
ich sollte irgendwann mal bessere zahlen heraussuchen.
jedenfalls, die 3% die für plastik verwendet werden (sofern es wirklich 3% sind) sind gerade so viel, wie erneuerbar nachwachsen könnte. also wenn die ganze energieerzeugung aus erneuerbarer energie kommt, dann können die restlichen 3% auch durch nachwachsende biomasse ersetzt werden. weil derzeit ca. 30x so viel fossile rohstoffe verbraucht werden, wie jährlich nachwachsen können.












