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      1 day ago

      Ich antworte mal für die andere Person. Das einzige, was in t dem Thread “kritisch” ist, ist dass ein kommentar will, dass Israel “sterben soll”. Darunter dann der Spruch mit dem Meer und dem Fluss. Der Kommentar zwei darunter hat ganz gut eingeordnet, dass das nicht das gleiche ist, wie die Aufforderun, “alle Israelis/Juden zu töten!”

      Israel is not the Israelis. Death to Israel is not “death to the Israeli people.” Also Israel is not the lone representative of Jewish identity.

      Das istalso tatsächlich ein Strohmann. Nazideutschland hat nach 1945 auch aufgehört zu existieren. Aber die Bevölkerung hat ja trotzdem weiter bestanden.

      • Mrs_deWinter@feddit.org
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        17 hours ago

        Nazideutschland hat nach 1945 auch aufgehört zu existieren.

        Das ist mindestens umstritten. Politisch und zum Schutz der Allgemeinbevölkerung wurde argumentiert, dass das deutsche Reich nicht untergegangen ist, sondern weiterentwickelt wurde.

        Für mich ist das ein zentrales Argument, warum man nicht so tun kann, als sei “Death to Israel” ein normaler Vorschlag. Weil das nicht einmal mit dem dritten Reich gemacht wurde. Es gibt Deutschland heute noch immer. Dem Land, der kulturellen Einheit, dem Volk, der Nation wurde das Recht eingeräumt, weiterzuexistieren. Fucking Nazi Deutschland wurde das gestattet. Und zwar nur aus dem Grund, die Bevölkerung zu schützen, eben keinen weiteren Völkermord zu betreiben, es besser zu machen als die Nazis.

        Ich halte es für unsachlich, intellektuell unehrlich und für die gemeinsame Debatte unglaublich destruktiv, wenn so getan wird, als sei man pro Völkermord in Gaza, wenn man Israel nicht vernichten will.

        Vernichtung der Regierung: Geschenkt. Strafverfolgung der Verantwortlichen: Unbedingt. Auch zeitweise Besatzung und “Entnazifizierung” könnte man alles fordern. Aber “Death to Israel” geht darüber nochmal deutlich hinaus. Und es ist einfach Bullshit, wenn so getan wird, als sei das die einzig mögliche ethische Haltung zum Thema. Geradezu bizarr, das zu denken.

        • Prunebutt@slrpnk.net
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          15 hours ago

          Das ist mindestens umstritten.

          Schlimm genug. Macht meinen Punkt aber nicht nichtig.

          Und ich halte es für naiv, intellektuell unehrlich, oder ignorant nicht anzuerkennen, dass die Grundidee des Staates Israel auf ethnischer Säuberung beruht.

          “Death to Israel” ist die Meinung, dass der Staat Israel als solches nicht weiterexistieren darf. Das hat nichts mit dem Wunsch nach einem Mord an Jüd*innen zu tun.

          • Mrs_deWinter@feddit.org
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            8 hours ago

            Schlimm genug.

            Warum? Die deutsche Verfassung wurde in der Annahme geschrieben, dass das Land Deutschland weiter existiert, und besteht trotzdem auf einen menschenwürdigen Umgang miteinander. Es ist nicht erforderlich, die Auslöschung eines Staates zu fordern, um die Fortsetzung schlimmer Verbrechen zu verhindern - Nazi Deutschland ist dafür der beste Beweis.

            Die Alternative wäre ja, dass wir alle Unrechtsstaaten vollständig auslöschen müssten, wenn es denn die einzige Möglichkeit wäre. Das würde sogar noch deutlich weiter gehen als der moderne Imperialismus von Trump. Und würde vielfach einem kulturellen Genozid sehr nahe kommen.

            Macht meinen Punkt aber nicht nichtig.

            Finde ich schon, wenn du den Untergang des dritten Reichs als Beleg dafür nimmst, dass Israel genauso untergehen soll. Du könntest dann nämlich zumindest anerkennen, dass es keinesfalls eine eindeutig zu beantwortende Frage ist - wenn das nicht einmal bei Nazi Deutschland der Fall war.

            Und ich halte es für naiv, intellektuell unehrlich, oder ignorant nicht anzuerkennen, dass die Grundidee des Staates Israel auf ethnischer Säuberung beruht.

            Die Gründungsidee aller Staaten war grausam, das ist doch kein Argument für irgendwas. Sollen wir die USA auslöschen, weil sie das Land der indigenen Bevölkerung Nordamerikas abgenommen hat? (Welches Land würde überhaupt noch übrig bleiben nach dieser Logik?) Fakt ist, Israel existiert, und es leben heute Menschen dort, die sich kulturell damit identifizieren, und die nichts dafür können, wie ihr Land gegründet wurde. Denen kann man doch nicht einfach irgendeine theoretische Generationenschuld ihrer Vorfahren (bzw politischer Mäche außerhalb Israels, ebenfalls viele Jahrzehnte vorher) überstülpen und damit rechtfertigen, ihr Land zu zerstören.

            Die Forderung nach der Vernichtung Israels geht am eigentlichen Problem sowieso total vorbei. Das was wir doch alle fordern ist ein Stopp des Völkermords, die Verfolgung der Verantwortlichen und ein System, das die derzeitigen Opfer nachhaltig und verlässlich schützt. Das sollte im Zentrum stehen. Der Rest ist emotional.

            • Prunebutt@slrpnk.net
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              7 hours ago

              Warum?

              Z.B. weil die BRD extrem viele “geläuterte” Ex-Nazis als Richter, Beamt*innen, usw. übernommen hat. Die Entnazifizierung in der BRD war extrem oberflächlich.

              Im Übrigen hast du wohl vergessen, dass Deutschland nach dem Krieg in zwei Staaten geteilt wurde. Es kann sich also gar nicht um “den gleichen Staat” gehandelt haben. Dass das jetzt wieder ein Staat geworden ist, ändert nichts an der Sache, dass das “dritte Reich” aufgehört hat, zu existieren.

              Es ist nicht erforderlich, die Auslöschung eines Staates zu fordern, um die Fortsetzung schlimmer Verbrechen zu verhindern

              Was heißt denn für dich “Auslöschung eides Staates”? Wäre wichtig, um Strohmänner zu verhindern.

              Die Alternative wäre ja, dass wir alle Unrechtsstaaten vollständig auslöschen müssten, wenn es denn die einzige Möglichkeit wäre. Das würde sogar noch deutlich weiter gehen als der moderne Imperialismus von Trump. Und würde vielfach einem kulturellen Genozid sehr nahe kommen.

              Sorry, das ist mir zu absurd. Ich komme nicht in dein imperialistisches/interventionistisches Mindset rein. Dass ein Staat zerstört gehört setzt doch nicht voraus, dass andere Staaten da einmarschieren.

              Finde ich schon, wenn du den Untergang des dritten Reichs als Beleg dafür nimmst, dass Israel genauso untergehen soll. Du könntest dann nämlich zumindest anerkennen, dass es keinesfalls eine eindeutig zu beantwortende Frage ist - wenn das nicht einmal bei Nazi Deutschland der Fall war.

              Ok, wenn wir das Gedankenspiel mal fertig spielen: Israel stoppt seinen Genozid, es gibt Nürnberger Prozesse für alle am Genozid beteiligten und die faschistoiden Elemente des Landes werden tiefgehend entfernt (wie es in der BRD nicht geschehen ist… und wie auch immer das vonstatten gehen soll). Zusätzlich wird die Vorherrschende Apartheit und Besserstellung von Jüd*innen abgeschafft und die Eroberung von neuem Territorium wird nicht mehr als Staatsräson verfolgt. Dieser Staat ist nicht mehr mit dem heutigen Israel zu vergleichen. Klar könnte man das noch “Israel” nennen, aber es könnte genausogut “Takkatukkaland” heißen, so viel, wie es mit dem heutigen Israel noch gemein hätte (mal abgesehen von der geographischen Lage und Teilen der Bevölkerung).

              Die Gründungsidee aller Staaten war grausam, das ist doch kein Argument für irgendwas.

              Doch. Für die Illegitimität von Staaten.

              Sollen wir die USA auslöschen, weil sie das Land der indigenen Bevölkerung Nordamerikas abgenommen hat?

              Ja. Außerdem verharmlost du gerade einen Genozid.

              Fakt ist, Israel existiert, und es leben heute Menschen dort, die sich kulturell damit identifizieren, und die nichts dafür können, wie ihr Land gegründet wurde.

              Der Unterschied ist der, dass sich Israel gerade im Staatsgründungsprozess befindet und noch immer weiter sein Territorium ausbauen will. Da liegt nichts in ferner Vergangenheit. Das ist grausame Gegenwart. Zudem können auch Nachfahren von “Übeltäterstaaten” zur Rechenschaft gezogen werden, z.B. durch Reparationen.

              Ist außerdem auch megazynisch, einfach zu sagen “Das haben alle Staaten so gemacht, jetzt müssen wir Israel den gerade stattfindenden Genozid schon durchgehen lassen.”

              Denen kann man doch nicht einfach irgendeine theoretische Generationenschuld ihrer Vorfahren (bzw politischer Mäche außerhalb Israels, ebenfalls viele Jahrzehnte vorher) überstülpen und damit rechtfertigen, ihr Land zu zerstören.

              Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber das Gemetzel in Gaza findet nicht in finsterer Vergangenheit, sonder im Hier und Jetzt statt.

              Die Forderung nach der Vernichtung Israels geht am eigentlichen Problem sowieso total vorbei. Das was wir doch alle fordern ist ein Stopp des Völkermords, die Verfolgung der Verantwortlichen und ein System, das die derzeitigen Opfer nachhaltig und verlässlich schützt. Das sollte im Zentrum stehen.

              Wie gesagt: das geht eben nicht am Problem vorbei, weil Völkermord und ethnische Säuberung in der förmlichen DNA des Staates Israel festgelegt ist.

              • Mrs_deWinter@feddit.org
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                6 hours ago

                Die Entnazifizierung in der BRD war extrem oberflächlich.

                Da werd ich dir nicht widersprechen, und trotzdem betreiben wir Stand heute keine Gaskammern mehr. Scheint also doch irgendwie möglich zu sein, ein Land von solchen Schrecken wegzuentwickeln.

                Im Übrigen hast du wohl vergessen, dass Deutschland nach dem Krieg in zwei Staaten geteilt wurde. Es kann sich also gar nicht um “den gleichen Staat” gehandelt haben. Dass das jetzt wieder ein Staat geworden ist, ändert nichts an der Sache, dass das “dritte Reich” aufgehört hat, zu existieren.

                Schade, dass du die Quelle scheinbar gar nicht angeschaut hast, da wird das nämlich echt ausführlich aufgedröselt. Hier, ich zitiere mal einen prägnanten Ausschnitt aus dem Wikipedia-Artikel:

                Der Fortbestand Deutschlands als völkerrechtliches Subjekt durch alle Umbrüche seit mindestens 1871 bis zur heutigen Gestalt der Bundesrepublik Deutschland wird nicht mehr angezweifelt. Davon geht auch die herrschende Meinung in der Rechtswissenschaft aus, genau wie die für sie sprechenden Organe der Bundesrepublik.

                Heißt übrigens nicht, dass das die einzig mögliche Auffassung ist. Man kann es sehr wohl auch anders auslegen. Mir ist dabei nur eines wichtig: Es war und ist kein bisschen eindeutig. Also lass uns bitte nicht so tun, als müsste es bei Israel eindeutig sein.

                Was heißt denn für dich “Auslöschung eides Staates”? Wäre wichtig, um Strohmänner zu verhindern.

                Ich wünschte mir eher, das würden mal die definieren, die es lautstark fordern. Ich bin dagegen, es zu fordern, eben gerade, weil es in seiner Ungenauigkeit die Position eines kulturellen Genozids zumindest potentiell miteinschließt.

                Außerdem verharmlost du gerade einen Genozid.

                Tu ich nicht, du hast mich falsch verstanden. Der aktuelle Genozid ist grausam und muss unbedingt aufhören. Das ist aus meiner Sicht nur völlig unabhängig von der Frage nach der Zerstörung Israels. Und wer die Zerstörung Israels damit rechtfertigt, dass Israel nie hätte entstehen dürfen, der nimmt die heutige Bevölkerung aus meiner Sicht einfach in eine historische Sippenhaft. Wer die Zerstörung Israels damit rechtfertigt, dass Israel ein Unrechtsstaat ist (was stimmt!), der schießt aus meiner Sicht aus emotionalen Gründen über das eigentlich wichtige Ziel (Genozid stoppen) hinaus und wünscht sich letztendlich Rache.

                Aber letztendlich debattieren wir hier über Semantik. Uns beiden ist wichtig, dass Israel den Völkermord beendet, und sich so sehr verändert, dass kein weiterer begonnen wird. Ich finde man kann sehr wohl der Ansicht sein, dass Israel dafür als Staat vernichtet werden muss - nicht meine Meinung, aber kann man argumentieren. Aber was man nicht kann, zumindest nicht wenn man intellektuell ehrlich oder an einem konstruktiven Diskurs interessiert ist, ist so zu tun, als wäre das die einzig ethische Formulierung unserer gemeinsamen Forderung. Das ist einfach inflammatorisch und unnötig gewaltvoll.

                Das ist ja das absurde an der dbzer0 Geschichte - hier werden Menschen und Positionen als das maximale Übel dargestellt, weil sie sich einer als absolute Extremposition formulierten Forderung nicht anschließen wollen! Muss man echt so tun, als wären alle Feddit User Genozidbefürworter, nur weil sie die Forderung nach einem Stopp der Gewalt anders verpacken? Was zum Teufel ist aus unserer Fähigkeit zur Nuance geworden? Das finde ich zum Haareraufen.

                Die werden uns deförderieren, klar. Total schade. Aber schon bezeichnend, dass es andersherum keine solche Forderung gab. Müsste man ja fast erwarten, wenn Feddit so böse wäre, wie manche Kommentare dort drüben denken lassen.

          • Chemo@feddit.org
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            15 hours ago

            “Death to Israel”

            ist vor allem eins: uneindeutig. Und das ganz bewusst. Wer will kann das sehr gerne und zurecht als Death to Israelis lesen. Das nennt man Dogwhistling. Wäre man bemüht diese Deutung auszuschließen würde man die Einstaatenlösung fordern (was ich btw.auch für eine vollkommen wahnsinnige Forderung halte). Aber man entscheidet sich ganz bewusst für die Vokabel Death. Wenn es wie eine Ente klingt…

          • Prunebutt@slrpnk.net
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            7 hours ago

            Es ist echt so einfach, diese rhetorische Frage als das zu entlarven, was sie ist: Als Dämonisierung von allem, was das Existenzrecht Palästinensys anerkennt.

          • TanteRegenbogen@feddit.org
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            3 hours ago

            Meine Erfahrung nach meinen viele bei dem Spruch die Nicht-palästinenser*innen.

            Darum haben viele Menschen auch ein Problem mit dem Spruch.

          • TanteRegenbogen@feddit.org
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            8 hours ago

            Wenn man die antisemitische Scheiße mancher Leute aus anderen Instanzen anschaut und die Hamasglorifizierung, dann benutzen viele den Spruch um für die Vertreibung jüdischer und drusischer Bewohnung sich auszusprechen.

            Ein friedliche Koexistenz der Bewohner der Region wäre am erstrebenswertesten, ohne Siedlungspolitik und ohne Revanchismus.