Was fehlt, wenn Kinos schließen, merkt man oft erst im Nachhinein. Jetzt droht sogar einem der größten, dem Mathäser-Filmpalast in München der Abriss.

  • Augustiner@lemmy.world
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    18 hours ago

    Es gibt so viele schöne süße kleine Kinos in München. Ich bin eigentlich mit der Message des Artikels einer Meinung, aber dem hässlichen und überteuerten Mathäser trauere ich kein bisschen nach. Tatsächlich tragisch war, dass das Sendlinger Tor Kino schliessen musste.

  • TurboToad@lemmy.world
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    19 hours ago

    Eigentlich schade, da ich die Kinoerfahrungen an sich mag. Aber heutzutage fällt es mir echt schwer ins kino zu gehen.

    • Teurer als zuhause schauen
    • Es gibt nur noch wenige Kinosäle die bessere Bildqualität als mein OLED TV bieten
    • Es kommen nur wenig gute Filme raus
    • Wenn man OV will schränkt sich die Auswahl sehr stark ein
    • Zuhause darf ich kostenlos so viel Leitungswasser trinken wie ich will
    • 3D finde ich unnötig und hätte lieber ein helleres und kontrastreicheres Bild

    Wir wollten in einer Gruppe den neuen Avatar im Kino schauen aber wir haben einfach kein Kino gefunden dass sehr gute Bildqualität, 2D und OV anbietet… Tja

  • lichtmetzger@discuss.tchncs.de
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    1 day ago

    Ich liebe das Capitol-Kino hier in der Rostocker Innenstadt. Das besteht seit den 1950er Jahren und hat einfach ein tolles Ambiente. Wir haben noch einen großen Saal mit Balkon und Deckenlicht, rote Sitzbänke und einen sehr urigen Schachbrett-Fliesenboden mit goldverzierten Lampen:

    Leider nagen der Zahn der Zeit und die schwindenden Besucherzahlen aber auch an dem Kino. :( Während COVID wurde wohl längere Zeit die Heizung abgestellt und in einem der Säle ist die Leinwand dadurch extrem fleckig geworden, darauf Filme zu schauen macht echt nicht mehr so viel Spaß.

    Und leider sind die Ticketpreise inzwischen so hoch, dass das Kino oft einem Liminal Space gleicht. Ich hatte tatsächlich schon Filme, bei denen der ganze große Saal leer war und die Anlage nur für mich hochgefahren wurde - eine “Privatvorführung” ist zwar schon irgendwie ganz cool, aber das kann ja nicht rentabel sein:

    Mich macht das schon traurig, weil das Kino wohl so wie es aktuell betrieben wird, nicht mehr lange bestehen wird. Es gehört zur CineStar-Gruppe und die treffen dort oft extrem fragwürdige Entscheidungen. Einige, an die ich mich noch erinnere:

    • “Civil War” wurde ein einziges Mal auf Englisch gezeigt, spät an einem Sonntag. Der Saal war brechend voll, es gab trotzdem keine weiteren Vorführungen.
    • Marvel-Filme werden teilweise wochenlang vorgeplant, der letzte Captain America-Film lief zwei Wochen lang jeden Tag im Originalton. Es gab nach dem ersten Tag schon kein Interesse mehr und die Säle waren leer, wurde trotzdem durchgezogen.
    • Auch Filme anderer großer Studios wie Disney werden absolut immer zu den besten Zeiten gezeigt, in Wish ist fast keiner reingegangen (außer mir).
    • Teilweise wird exzessiv Werbung gespielt, mein persönlicher Rekord bisher: 25 Minuten sitzen bis es losgeht.
    • Animes werden sehr stiefmütterlich behandelt, auch hier gibt es oft nur zwei Vorführungen - eine auf Japanisch und eine mit deutscher Synchro. Bei Demon Slayer wurde die Luft schon extrem dünn, weil dort einfach jeder rein wollte, es gab auch hier keine weiteren Vorführungstermine.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass im CineStar-Management ein paar Boomer sitzen, die immer noch alles nur auf Disney und Marvel setzen und denen der Rest komplett egal ist - aber so arbeitet man halt auch stark an den Interessen der (jüngeren) Besucher vorbei.

    Nürnberg macht vor, wie man Kino viel besser gestalten kann. Dort laufen die Drei Fragezeichen-Hörspiele, man kann im Sommer Kinos auf dem Dach schauen, es gibt Tanzflächen mit Veranstaltungen, eine großen Cafe-Bereich mit Public Viewing-Events und vieles mehr. Die versuchen dort, das Kino zu einem allgemeinen Erlebnisort zu machen und ich denke, das wird auch in Zukunft Bestand haben. Aber die ewiggestrigen Kinos, die einfach nur stumpf Hollywood-Blockbuster abfahren, werden irgendwann untergehen.

    Und man muss leider auch sagen, dass uns Tiktok, Instagram und all die anderen Drecksplattformen das Kinoerlebnis versauen. Hear me out: Ich sehe immer mehr junge Zuschauer, die sich nicht mehr auf die Filme konzentrieren können und wenn mal eine Szene ein paar Minuten gehalten wird, sofort ihr Smartphone rausholen müssen, um irgendwelche Feeds durchzuscrollen.

    Das Capitol hat zwar den Vorteil, dass vier Säle unterirdisch sind und es dort kein Netz gibt (perfekt, um Spider Man zu schauen), aber das hilft auch nur bedingt - dann scrollen einige ihre Galerie durch oder fummeln an ihrer Smartwatch rum, hauptsache man kann irgendwas machen um sich abzulenken.

    Ich hatte leider auch schon Vorstellungen, bei denen ich andere Leute anbrüllen musste, weil sie nicht aufgehört haben zu labern und eine normale Konversation keine Abhilfe geschaffen hat. Wenn das Publikum asozialer wird, bleiben auch mehr Leute fern. Mich nervt das auch, auch wenn ich immer versuche, mir mein Hobby von solchen Leuten nicht vermiesen zu lassen - aber das klappt leider nicht immer.

    Mittlerweile schaue ich manche Filme lieber zu Hause auf dem Beamer. Wie Ultralativ sagen würde: Und das ist furchtbar schade.

  • Diplomjodler@lemmy.world
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    1 day ago

    Früher war die Bildqualität in Kino um Welten besser als das was die Glotze zu Hause zu bieten hatte. Das ist heute anders. Und für den Preis eines Kinobesuchs zu zweit mit einem Becher Popcorn und einer Cola kann ich mir fünf Blu-rays kaufen.

  • InabaResident@feddit.org
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    1 day ago

    Kino ist halt einfach ein veraltetes Konzept in Zeiten, wo Menschen zuhause bequem quasi jeden Film ihrer Wahl on-demand schauen können. Früher ist man ins Kino gegangen, weil es keine andere Option gab oder weil die Qualität besser war als auf dem Heimfernseher. Das ist halt schon lange nicht mehr wirklich der Fall. Ich finde Kino als Erfahrung zwar auch immer noch besser als Filme zuhause schauen. Aber halt nicht so viel besser, dass ich 20€ ausgebe.

    Es wird dann oft gesagt, es müsste günstiger sein, bequemer sein, andere Filme geben. Und das sind ja genau die Dinge, die das Heimkino bietet. Also bleibt man halt zuhause. Die Kinos würde meines Erachtens nach nur permanente staatliche Subvention retten, weil sie als Produkt den Großteil der Bevölkerung einfach nicht mehr ansprechen.

  • Ibuthyr@lemmy.wtf
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    1 day ago

    Ich würde mir wünschen, dass kleinere Kinos mit Tischservice ein Comeback erleben. Das wird leider nie passieren, weil die Lizenzen für Filme so absurd teuer sind.

    So’n Kinoerlebnis ist eigentlich schon was Tolles, wenn das Kino vernünftig ist und der Film auch gut ist.

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
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    1 day ago

    Vielleicht fehlt dem Kino ja auch einfach irgendwas elementares. Zum Beispiel Filme mit Story, die nicht versuchen, mit color grading und unrealistischen Kamerafahrten oder Schnitten über die Tatsache ihrer miesen Effektqualität hinwegzutäuschen.

    • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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      1 day ago

      Nö. Es gibt genügend gute Filme, auch heute noch.

      Das Problem der Kinos sind die steigenden Kosten, die geringe Marge bei den Filmen und dass man das grundlegende Angebit des Kinos, den Film, auch sehr bequem und (vergleichsweise) günstig zuhause bekommt, mit immer geringerer Verzögerung.

      Kinos müssten günstiger an die Filme kommen, damit sie mit gleichen oder niedrigeren Preisen bessere Margen hätten. Vielleicht könnte auch eine Verkleinerung und Dezentralisierung helfen. Lieber ein kleineres Kino mit wenigen Sälen, die aber besser ausgelastet wären, in jedem oder jedem zweiten Stadtteil statt einzelner gewaltiger Filmpaläste, deren Vorführungen kaum ausgelastet sind. Ich vermisse ein bisschen das Dorfkino meiner Kindheit/Jugend, da kannte ich die Inhaber, es war günstig, gemütlich und gewissermaßen familiär. Die Inhaber wussten, wer von den Stammgästen welche Filme mochten und konnten auch mal Empfehlungen für kommende Neuerscheinungen geben, haben überzählige und “alte” Poster rausgegeben, und mal weggeguckt, wenn der Film erst ab 16 war, man aber erst ein paar Wochen später Geburtstag hatte. War einfach ein anderes Flair als die Unpersönlichkeit der Ketten heute.
      Außerdem müssen Kinos auch vom “Heimkino” abheben, da kann man mit Events arbeiten. Vor einigen Jahren hab ich z.B. die ersten beiden Folgen der dritten Staffel Game of Thrones im Kino gesehen, mit Kostümwettbewerb, Cosplayern und einem Haufen Brimborium. 2015 gab es im selben Kino am 21. Oktober eine Vorstellung der gesamten Back to the Future-Trilogie, dafür hat man einen entsprechen umgebauten DeLorean gemietet und in die Eingangshalle gestellt, man konnte Fotos von sich am Steuer machen etc. Aber von sowas gibt es zu wenig.

      Woran es nicht liegt sind die Filme. Es gab immer schon Meisterwerke genauso wie Katastrophen und Mittelmaß. Letztere beiden bleiben nur weniger im Kopf. Und das wird auch weiterhin so bleiben.

      • aaaaaaaaargh@feddit.org
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        1 day ago

        Unbestritten gibt es gute Filme, na klar. Aber der Kinogang ist ja meist geknüpft an eine besondere Erfahrung, die traditionellerweise in Form der Blockbuster erfolgt, also großen, teuren und aufwändigen Projekten, wo sich der Genuss auf der großen Leinwand mit einer quadrillion Dolby Super-Ultra-Allfrequenzlautsprechern auch lohnt. Für dieses Erlebnis sind diese Filme einfach zu mies und das meine ja nicht nur ich, darüber liest man auch viel.

        Ich finde die Ursachen dafür gleichermaßen unglaublich wie interessant. Zum Beispiel hab ich letztens erst gelesen, dass aus Kostengründen oftmals die Unreal Engine eingesetzt wird, was früher nur in der Vorproduktion ein Thema war. Da diese zwar gut ist, aber halt eine Game Engine und kein Renderer für Filmproduktionen, sieht das ganze oftmals so mies aus.

        Dann hab ich noch gelesen, dass an solchen Produktionen heute im Gegensatz zu früher hunderte Studios beteiligt sind, die am Ende ihre Ergebnisse irgendwie zusammenklatschen müssen, natürlich schnell noch zum nächsten saisonalen Event. Da passt dann oft was nicht, weswegen man die Farben hochdreht und die Kamera schneller bewegt.

        Die Drehbücher sind ähnlich kaputtgemacht von tausenden Bestimmern, die nicht bestimmen sollten.

        Also doch, ich bin abschließend definitiv der Meinung, dass die Qualität dieser Werke absolut nachgelassen hat, eigentlich auf jeder Ebene. Das beeinflusst natürlich nicht die Tatsache, dass es trotzdem gute Filme gibt, aber die gönnt man sich dann auch gerne mal daheim, anstatt dafür ins Kino zu gehen.

        • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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          23 hours ago

          Ich sag ja nicht, dass im Hintergrund keine schrägen Methoden zur Gewinnoptimierung gefahren werden, dass ist nichts neues. Entscheidungen von Oben™, die in den künstlerischen Prozess eingegriffen haben, gab es auch schon immer. Aber dass das in einer höheren Rate schlechter Filme resultiert, ist ersteinmal nur eine Behauptung.

          Wie gesagt, wir tendieren dazu, schlechte Filme, schlechte Musik etc nach einiger Zeit zu vergessen und zu verdrängen und haben daher einen verklärten Blick auf die Vergangenheit und wie viel schlechter Kram da auf den Markt geschmissen wurde. Das ist nichts schlimmes, aber ea ist etwas.
          Ich halte nicht viel davon, rumzupoltern a la “Es GiBt HeUtZuTaGe GaR kEiNe GuTeN fIlMe MeHr” halte ich schlicht für zu zu kurz gedacht, selbst wenn man eigentlich “nur wenige Filme” oder “die Qualität lässt insgesamt nach”.

          Aber ich geh sowieso nicht mehr so oft ins Kino (hauptsächlich aus Kostengründen und mangels Begleitung), und wenn mache ich es wie bei den meisten Dingen: statt hirnlos draufloszukonsumieren überlege ich, was mich interssiert, höre mir verschiedene Stimmen zu dem Film an (und nicht nur “mein Lieblingsfilmyoutuber findet den total cool, also muss der gut sein”) und treffe dann eine Entscheidung.
          Wäre das Kino erschwinglicher und hätte ich regelmäßiger Begleitung, würde ich wahrscheinlich häufiger und anders ins Kino gehen. Ich würde sogar gerne wieder mehr ins Kino, alleine schon weil das was mit meinem Kopf macht. Zuhause hab ich einen Film oder eine Serie meistens auf dem zweiten Bildschirm oder ich greife häufiger mal zum Handy, weil mein Kopf nicht ausgelastet ist. Im Kino ist das anders, weil das Setting ein anderes ist. Man wird anders eingeladen und ermutigt, sich auf den Film einzulassen. Das hat auch nichts damit zu tun, dass die Drehbücher weniger fordernd wären, denn das passiert unabhängig davon, ob ich einen besseren Film zuhause oder einen schlechteren im Kino gucke. Vielleicht haut mein ADHS etwas da rein, keine Ahnung.
          Aber die so oft angeprangerte und nie bewiesene Abnahme der Qualität von Filmen hat damit nichts zu tun.

  • ominous ocelot@leminal.space
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    21 hours ago

    Ich brauch keine Menschen, die meine Lehne als ihre Fußablage verwenden. Auch brauch ich Netflix-Kost nicht im Kino gucken.

    Das Kinoerlebnis an sich ist ganz schön, für einen guten Film - das gibt es alle paar Monate mal und öfter im kleinen Vereinskino als im Cinestar. Die wählen Filme aus, weil sie sehenswert sind.

    Die Knebelverträge für Blockbuster sollen ja ziemlich unangenehm für die Kinos sein. Wie oft und wie lang ein Film zu laufen hat und die doch ruinös hohen Lizenzkosten. 4K-Projektoren mit content protection foo sind teuer. Die Zeit während ein Film exklusiv im Kino läuft bevor er gestreamt werden darf, wird auch immer kürzer. Dass jeder seine home cinema zu Hause hat, macht es nicht leichter. Da muss das Kino seine Nische suchen, um zu bestehen.